31. Mai 2022

Baden-Württemberg unterstützt Aufbau eines Beinprothesenregisters

Foto: BetterAbba/Adobe Stock

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Baden-Württemberg fördert den Aufbau eines Beinprothesenregisters mit rund 900.000 Euro. Das Projekt „Aufbau eines Medizinischen Registers für die Behandlung und Versorgung von Menschen mit Beinamputation (kurz: AMP-Register)“ wird vom Universitätsklinikum Heidelberg in Kooperation mit dem Fraunhofer Institut IPA durchgeführt. Ziel ist, die sektorenübergreifende Versorgung in diesem Bereich zu verbessern.

Mit dem Vorhaben soll der Austausch und die Zusammenarbeit von Patienten, der Akutversorgung, rehabilitativer Einrichtungen, niedergelassener Ärzten, Therapeuten, Orthopädietechnikern sowie anderen Leistungserbringern weiter verbessert werden. Durch die Erhebung statistisch hochwertiger Längsschnittdaten, die über einen längeren Zeitraum erfasst werden, sollen damit erfolgreiche und weniger erfolgreiche Behandlungsmethoden ermittelt werden.

Das geförderte Projekt baut auf dem Projekt „AMP-Kompass“ auf, das durch das Land bereits finanziell unterstützt wurde. Mit dem „AMP-Kompass“ konnte ein digital vernetztes Dokumentationswerkzeug erstellt werden, das allen am Versorgungsprozess von beinamputierten Menschen beteiligten Berufsgruppen ermöglicht, die Vorgeschichte der Betroffenen sowie medizinische und orthopädietechnische Daten einzupflegen. Dafür werden sogenannte smarte Prothesen genutzt, die über mobile Sensoren Belastungsdaten an Orthopädietechniker übermitteln.

Versorgungsdaten nutzen

Jährlich werden in Deutschland rund 55.000 Amputationen an den unteren Extremitäten durchgeführt. Ein Großteil der betroffenen Patienten benötigt eine dauerhafte orthopädietechnische Versorgung, häufig begleitet von physiotherapeutischen Behandlungen. Für die Produktentwicklung und Anpassung hochwertiger Prothesen brauche es daher eine ausgeklügelte digitale und individuelle Technik. Wie das Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration Baden-Württemberg erklärt, kommen dabei im Vorfeld zumeist Computersimulationen zum Einsatz. Dabei würden die Versorgungsdaten anderer Patienten genutzt, um am Ende ein optimales Produkt herzustellen. "Um auf diese Daten zurückgreifen zu können, ist ein entsprechendes Register notwendig", so das Ministerium.

Die Förderung ist Teil der Strategie „Digitalisierung in Medizin und Pflege“ des Sozial- und Gesundheitsministeriums. Das bundesweit einzigartige Projekt könne gegebenenfalls auch Grundlage für ein bundesweites Beinprothesenregister werden, teilt das Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration Baden-Württemberg mit.