17. Juni 2022

HDE: Einzelhandel besorgt über hohe Energiekosten

Viele Händler in Deutschland spüren Auswirkungen des Ukraine-Krieges auf das eigene Unternehmen. Wie eine aktuelle bundesweite Umfrage des Handelsverbandes Deutschland (HDE) unter mehr als 900 Handelsunternehmen zeigt, sieht sich die Branche insbesondere mit höheren Energie- und Lieferantenpreisen konfrontiert.

„In dieser Zeit der Krisen sind die hohen Energiepreise eine zusätzliche Belastung für viele Handelsunternehmen. Sie verschärfen die Unsicherheit in der Branche“, so HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Laut der aktuellen HDE-Umfrage spüren 89 Prozent der Befragten die Auswirkungen des Krieges in Form höherer Energie- und Lieferantenpreise. „Wer in den vergangenen Wochen einen neuen Energievertrag abschließen musste, hat deutliche Preiserhöhungen zu verkraften“, so Genth weiter. Noch befinde sich laut Umfrage rund die Hälfte der Befragten in laufenden Energieverträgen und war bislang nicht zu einem Wechsel von Tarif oder Anbieter gezwungen. „Handelsunternehmen machen die hohen Energie- und Lieferantenpreise schon heute zu schaffen. Sie blicken daher mit großer Sorge auf einen bevorstehenden Tarif- oder Anbieterwechsel“, betont Genth. Zudem sei bereits die Suche nach Energieanbietern und passenden Tarifen mit Herausforderungen verbunden. Demnach berichtet fast jedes Achte der befragten Handelsunternehmen von Problemen bei der Verlängerung seines Energievertrages.

Einen Ausweg aus dieser Situation sehen Händler laut Umfrage darin, in Photovoltaik-Anlagen sowie Energieeffizienzmaßnahmen zu investieren und Wärmeprozesse zu elektrifizieren. Der Strom hierfür müsste im besten Fall aus der eigenen Solaranlage stammen, doch gerade beim Photovoltaik-Ausbau sieht der HDE „dringenden Handlungsbedarf". Nach Einschätzung des Verbandes müssten die Anreize für den Ausbau in diesem Bereich durch den Gesetzgeber so gesetzt werden, dass sich eine größtmögliche Dimensionierung der Anlage lohnt. „Statt der komplexen Regelungen für Planung, Inbetriebnahme und Betrieb der Solaranlage müssen schlanke praxisgerechte Prozesse aufgesetzt werden, um jetzt den Solarturbo zu zünden“, betont Genth.