22. Juni 2022

Notfalldaten können Leben retten

Foto: gematik GmbH

Bei einem medizinischen Notfall muss es schnell gehen. Wichtige persönliche Informationen auf der elektronischen Gesundheitskarte – etwa zu Allergien, Vorerkrankungen oder Unverträglichkeiten –  können therapieentscheidende Hinweise geben. Offenbar wissen viele Menschen aber gar nicht, dass Notfalldaten auf der Karte gespeichert werden können.

Nur 14 Prozent der gesetzlich Versicherten gaben im Atlas zur Telematikinfrastruktur (TI) 2021 an, hierüber informiert zu sein. Insgesamt wurden laut der Gematik bis Ende September 2021 knapp 500.000 Notfalldatensätze von niedergelassenen Vertragsärzten angelegt.

Deshalb startet die Gematik gemeinsam mit der Bundesärztekammer (BÄK), der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) und weiteren Partnern eine Informationsoffensive.

„In Rettungsstellen kommt es jeden Tag zu Situationen, in denen Patientinnen und Patienten aus unterschiedlichen Gründen nicht zur Anamnese beitragen können – zum Beispiel aufgrund von Schmerzen, dementiellen Erkrankungen, Drogenabusus oder Sprachbarrieren. Mit einem Notfalldatensatz auf der Gesundheitskarte wären die Ärztinnen und Ärzte mit einem Blick über mögliche Vorerkrankungen und Medikationen sowie beispielsweise über Kontaktdaten von behandelnden Kolleginnen und Kollegen informiert“, sagt Dr. Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer.

Notfalldaten hinterlegen

Notfalldaten sind wichtige medizinische Informationen, auf die Ärzte, Psychotherapeuten sowie Apotheker zugreifen können, um einem Patienten im Notfall zu helfen. Zu diesen Informationen gehören beispielsweise: Vorerkrankungen, die dauerhafte Einnahme von Medikamenten oder eine Unverträglichkeit gegen Arzneimittel, vorhandene Implantate oder eine Schwangerschaft. Auf Wunsch der Versicherten speichert die Arztpraxis die Notfalldaten auf der elektronischen Gesundheitskarte. Auch die Kontaktdaten behandelnder Ärzte und ein privater Notfallkontakt lassen sich in den Notfalldaten hinterlegen.