21. September 2022

6. ORTHOPÄDIE SCHUH TECHNIK: Internationale Seminare

Foto: Thaut Images / Adobe Stock

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Die Weiterentwicklung eines Handwerks lebt auch vom Austausch unter den Kollegen. In mehreren Seminaren wird es bei der ORTHOPÄDIE SCHUH TECHNIK mit IVO-Kongress am 14./15. Oktober in Köln Gelegenheit geben, Arbeitsweisen und Ansätze aus anderen Ländern kennenzulernen. Themen sind dabei die Sensomotorik, die Versorgung von alltäglichen Fußproblemen und Fragen der Aus- und Weiterbildung.

Ausbildung, Qualifizierung, Anerkennung

Welche Modelle für die Ausbildung in der Fußorthopädie gibt es und wie können sie an die individuelle Situation in einem Land angepasst werden? Wie lassen sich Ausbildung und Forschung verbinden? Welche Strategien versprechen Erfolg beim Streben nach staatlicher Anerkennung des Berufes? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt dieses internationalen Seminars, zu dem alle herzlich eingeladen sind, die den Beruf der Orthopädieschuhtechnik in ihrem weiterentwickeln wollen.

Erfahrene Experten werden über Strategien zur Gestaltung der Ausbildung und über erfolgreiche Beispiele aus der Praxis berichten. In verschiedenen Arbeitsgruppen innerhalb des Seminars besteht die Möglichkeit, Themen mit Gleichgesinnten zu diskutieren und Kontakte für weitere Zusammenarbeit und Austausch zu knüpfen.

Referenten sind Fred Holtkamp, Jessica Hohenschon, Karl-Heinz Schott und Daniel Petcu.

Der nordamerikanische Ansatz in der Fußversorgung

Mit Kelly Robb und Michael Ryan kommen zwei sehr profilierte Vertreter der Orthopädieschuhtechnik aus Kanada nach Köln. Beide haben den Beruf des Orthopädieschuhmachers gelernt, sich danach aber für eine wissenschaftliche Karriere entschieden.

Michael Ryan 
Michael Ryan ist außerordentlicher Professor an der Abteilung für Biomedizinische Physiologie und Kinesiologie an der Simon Fraser University in Vancouver, arbeitet aber weiterhin praktisch in der Patientenversorgung bei „Kintec Footwear + Orthotics“, einem großen Orthopädieschuhtechnik-Betrieb in Kanada.

Kelly Robb
Kelly Robb schließt derzeit ihr Promotionsstudium an der Wilfrid Laurier University in Waterloo ab. Ihre aktuelle Forschung konzentriert sich auf die Verbindung zwischen Neuromechanik, mechanorezeptorischer Aktivierung, muskulärer Aktivität der unteren Gliedmaßen und Einlagen.

In einem ihrer Seminare stellen sie den nordamerikanischen Ansatz für die Behandlung von unspezifischen Fußschmerzen und Plantarfasziitis vor. Da es zum Teil große Unterschiede zwischen dem europäischen und dem nordamerikanischen Ansatz bei der Behandlung von Fußproblemen gibt, verspricht dieses Seminar neue und interessante Einblicke in bekannte Fragestellungen.
Anhand eines häufig auftretenden Problems stellen die Referenten, die nordamerikanische Vorgehensweise bei der Einlagenversorgung vor, von der Anamnese, der Fußuntersuchung, einer Ganganalyse und einer Synthese der Untersuchungsergebnisse, die Basis zur Auswahl des Schuhwerks und der Fertigung der Einlage ist. Während des Vortrags besteht die Möglichkeit, Fragen zu stellen und jeden Schritt zu diskutieren.

In einem zweiten Seminar unternehmen die beiden Referenten den Versuch, die Bedeutung der Neurophysiologie in der fußorthopädischen Versorgung darzustellen. In einer Art Interview werden sie die wichtigsten Fragestellungen aus diesem Gebiet behandeln und sich dabei bemühen, das Thema nicht nur wissenschaftlich korrekt, sondern auch verständlich und unterhaltsam darzustellen.

 

Indikationen und Funktionen von orthopädischen Maßschuhen

Karl-Heinz Schott

Karl-Heinz Schott, ein Orthopädieschuhmacher aus Deutschland, der schon seit Jahren in Australien heimisch geworden ist, wird in seinem Seminar, die möglichen Indikationen und Funktionen von orthopädischen Maßschuhen vorstellen. Anders als in Deutschland, wo der orthopädische Maßschuh ein anerkanntes Hilfsmittel ist, ist in vielen Ländern nicht bekannt, um welch außergewöhnliches und effektives Hilfsmittel es sich dabei oft handelt, denn kein anderes Hilfsmittel kann die Funktion einer Orthese mit dem Alltagsgegenstand Schuh verbinden.

Die genannten Seminare werden in englischer Sprache gehalten. Grundkenntnisse in Englisch sind deshalb von Vorteil.