26. Oktober 2022

Gesundheitshandwerke legen Positionspapier vor

Am 18. Oktober hat die Arbeitsgemeinschaft der Gesundheitshandwerke im ZDH ein Positionspapier veröffentlicht und es auf ihrem Parlamentarischen Abend in Berlin vorgestellt. In dem gemeinsamen Positionspapier fordern die Spitzenverbände finanzielle Unterstützung in der Krisenzeit, weniger Bürokratie und mehr Rechte im Gesundheitssystem.

Unter anderem fordern die Gesundheitshandwerke einen Finanzausgleich für krisenbedingte Mehrkosten, um die wohnortnahen und betrieblichen Versorgungsstrukturen zu sichern. Die gesetzlichen Krankenkassen dürften sich hier nicht aus der Verantwortung ziehen. 

Außerdem fordern die Verbände eine Entschlackung der Bürokratie. Viele Dokumentationspflichten würden keinen Mehrwert für die Versorgungsqualität und die Patientensicherheit bringen. Als Beispiel werden die von der DAkkS vorgegebenen Betriebsbegehungen alle 20 Monate genannt.

Die Gesundheitshandwerke fordern eine Veränderung des Verordnungsmonopols der Ärzteschaft. Sie verweisen darauf, dass die Gesundheitshandwerke schon heute auf Grundlage des Handwerksrechts eigenverantwortlich Versorgungen mit Hilfsmitteln durchführen, z.B. im Bereich der Seh- und Hörhilfen. Dies müsse sich künftig stärker im System der Gesetzlichen Krankenkassen niederschlagen.

Die Arbeitsgemeinschaft fordert faire Vertragsverhandlungen mit den Krankenkassen und spricht sich für die Stärkung von Kollektivverträgen aus. Auf Ebene der maßgeblichen Spitzenverbände bzw. Zusammenschlüsse der Leistungserbringer ausgehandelte Verträge sollten prinzipiell als Leitverträge für eine flächendeckende und wohnortnahe Versorgung fungieren. Krankenkassen dürften sich nicht weiterhin auf kosten- und zeitintensive Schiedsverfahren zurückziehen. Sie sollten von unverhältnismäßigen Forderungen an Leistungserbringer in Vertragsverhandlungen absehen.

Die Gesundheitshandwerke fordern die Vereinheitlichung der Mehrwertsteuersätze für Medizinprodukte auf 7 Prozent. Außerdem wünschen sie einen festen Sitz im Gemeinsamen Bundesausschuss. Letztendlich seien die Gesundheitshandwerke von den Beschlüssen des G-BA unmittelbar betroffen. Ihre Fachkompetenz müsse einen höheren Stellenwert bei den Beratungen des G-BA bekommen.

Abschließend erwarten die Gesundheitshandwerke, zuverlässig in die Telematik-Infrastruktur eingebunden zu werden. Sie fordern, auch Lese- und Schreibrechte für die elektronische Patientenakte zu erhalten. Bei der Einführung des E-Rezepts für Hilfsmittel sollten Apotheken und Gesundheitshandwerke unter fairen Wettbewerbsbedingungen erst ab der gleichen gesetzlichen Frist Versorgungen über das E-Rezept vornehmen können.

Sie finden das Positionspapier hier zum Download (PDF)