01. Oktober 2010

GKV-Schätzerkreis: Gesundheitsfonds deckt 2011 voraussichtlich alle Ausgaben der Krankenkassen

Die gesetzlichen Krankenkassen werden 2011 wegen der steigenden Beitragssätze voraussichtlich über genügend Geld verfügen und müssen daher keine neuen Zusatzbeiträge erheben.  Zu diesem Ergebnis kam der GKV-Schätzerkreis, der am 30. September 2010 die Einnahmen und Ausgaben der Gesetzlichen Krankenversicherung für die Jahre 2010 und 2011 prognostizierte.


Bei seiner Prognose für das Jahr 2011 berücksichtigte der Schätzerkreis die in der Gesetzgebung befindlichen Neuregelungen (GKV-Finanzierungsgesetz, Gesetz zur Neuordnung des Arzneimittelmarktes, Haushaltsbegleitgesetz 2011).

Schätzergebnis 2010
Aufgrund der günstigen konjunkturellen Entwicklung werde der Gesundheitsfonds höhere Einnahmen erzielen als bislang erwartet, so der Schätzerkreis. Mit 173,5 Mrd. € werden diese voraussichtlich 1 Mrd. € höher ausfallen als zuletzt auf der Basis der gesamtwirtschaftlichen Eckdaten des Frühjahres geschätzt. Die Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds betragen unverändert 170,3 Mrd. €. Aus dem hieraus resultierenden Überschuss kann die gesetzliche Vorgabe zum Aufbau der Liquiditätsreserve in Höhe von mindestens 20 % einer Monatsausgabe voraussichtlich bereits zum Jahresende 2010 erreicht werden.

Die geschätzten Ausgaben der Krankenkassen betragen 172,4 Mrd. €. Hiervon werden 170,3 Mrd. € durch Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds gedeckt. Weitere Einnahmen der Krankenkassen, wie z.B. Zusatzbeiträge, sind nicht Gegenstand der Schätzung.

Schätzergebnis 2011
Für das Jahr 2011 werden Einnahmen des Gesundheitsfonds in Höhe von 181,1 Mrd. € erwartet. Die voraussichtlichen Ausgaben der Krankenkassen betragen 178,9 Mrd. €. Damit können im Jahr 2011 voraussichtlich alle Ausgaben der Krankenkassen durch Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds im Durchschnitt gedeckt werden. Der zusätzliche Bundeszuschuss in Höhe von 2,0 Mrd. € kann somit in voller Höhe der Liquiditätsreserve des Gesundheitsfonds zugeführt werden und steht zur Finanzierung des Sozialausgleichs in den Folgejahren zur Verfügung.