11. Januar 2021
Foto: Frey Orthopädieschuhtechnik

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CHRISTINA BAUMGARTNER
 
Beim Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks (PLW – Profis leisten was) schaffte Eliza Frey es ganz nach vorne. Mit einem durchdachten und optimal aufeinander abgestimmten Herrenstiefel überzeugte sie die Jury und wurde erste Bundessiegerin. Im Wettbewerb „Die gute Form im Handwerk – Handwerker gestalten“ belegt sie den zweiten Platz. 
Einen ausgefallenen und schicken Schuh bauen, dessen orthopädische Merkmale kaum auffallen – dieses Ziel verfolgte Eliza Frey aus Kuppenheim mit ihrem Herrenstiefel.  Auch wenn sie zunächst gar keine besonderen Erwartungen an ihre Teilnahme am Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks (PLW) gehabt habe, auf ein gutes Ergebnis hoffte die 22-Jährige dann doch. „Natürlich war ich auch gespannt mit welchen Prüfungsstücken meine ‚Konkurrenz‘ antreten würde“, meint Eliza Frey. Eliza Frey mit ihrem Vater, Wolfgang Frey, im Familienbetrieb in Rastatt, wo sie auch ihre Ausbildung zur Orthopädieschuhmacherin machte. Seit September lernt sie nun ergänzend noch einen weiteren Beruf: Orthopädietechnik-Mechanikerin. Foto: Frey OrthopädieschuhtechnikNachdem die junge Orthopädieschuhmacherin bereits auf Landesebene in Baden-Württemberg überzeugt hatte, sendete sie ihr Gesellenstück (Versorgung einer fortschreitenden Arthrose im rechten, unteren Sprunggelenk  nach einem Unfalltrauma) für die Teilnahme am Bundeswettbewerb ein. Zusätzlich fertigte sie eine Mappe mit detaillierter Fallbeschreibung, Skizzen und Werkzeichnungen an, um außerdem am Wettbewerb „Die gute Form im Handwerk“ teilnehmen zu können. Dort gelang es ihr dann, bundesweit den zweiten Platz zu belegen, im PLW auf Bundesebene schaffte sie es sogar auf den ersten Platz. 

„Schwierig war die Materialauswahl“
Besonders stolz ist Eliza Frey, die ihre Ausbildung im elterlichen Betrieb Orthopädieschuhtechnik Frey in Rastatt machte, dass sie ihre Ideen auch handwerklich umsetzen konnte. „Schwierig war die Materialauswahl und damit Leder, Stoff, Aufbau- und Sohlenmaterial zu finden, das meinen Vorstellungen entsprach, gut zu verarbeiten war und optisch gut zusammenpasste“, sagt sie. Die Mühe hat sich jedenfalls gelohnt: Die stimmige Materialauswahl war einer der Punkte, die von der Jury besonders gelobt wurden, neben der sauberen Verarbeitung und dem guten Rahmenverlauf. Nicht nur die anerkennenden Worte der Prüfungskommission werde sie als Erinnerung an den Wettbewerb mitnehmen, meint Eliza Frey. Besonders gefreut habe sie sich auch über die zahlreichen Glückwunschschreiben, die sie von Freunden, Bekannten, örtlichen Institutionen und Politikern erhalten hat.

Virtuelle Feier
Bei aller Freude – eines bedauert die junge Orthopädieschuhmacherin dann doch: „Leider war es dieses Mal nicht möglich, zur Siegerfeier nach Berlin zu reisen“.  Diese fand aufgrund der Pandemie nämlich virtuell statt. „Die Veranstaltung war zwar schön“, findet Eliza Frey, mit den Feierlichkeiten der vergangenen Jahre sei diese aber trotzdem nicht zu vergleichen gewesen. 
 
Besonderen Wert legte die 22-Jährige auf das optimale Zusammenspiel der Materialien. Foto: Frey OrthopädieschuhtechnikWeiteres Berufsziel:
Orthopädietechnik-Mechanikerin
„Mir war es immer wichtig, mit Menschen arbeiten und ihnen aktiv helfen zu können“, erzählt Eliza Frey, die ihre Ausbildung zur Orthopädieschuhmacherin im August 2017 begann und die Lehrzeit dann sogar um ein halbes Jahr verkürzen konnte. Bei ihrer täglichen Arbeit könne sie anderen Menschen helfen und ihnen oftmals sehr viel Lebensqualität zurückgeben. Aktuell konzentriert sich die 22-Jährige auf ihre ergänzende Ausbildung zur Orthopädietechnik-Mechanikerin, die sie seit September 2020 bei der Pohlig GmbH am Standort Heidelberg absolviert. Mit dieser möchte sie ihre beruflichen Kenntnisse für die Zukunft noch erweitern – „um Patienten rundum optimal versorgen zu können“.
 
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